Jüdisch informiert – jüdisches Leben verstehen, Vielfalt erleben, Desinformation erkennen


Kippa, Tora, Schabbat, Rabbi, Chanukka, Synagoge, Menora, koscher – all das sind Begriffe, die wir mit dem Judentum verbinden. Doch was bedeuten sie eigentlich? Und vor allem: Was haben sie mit der Lebenswirklichkeit unserer Schülerinnen und Schüler zu tun?
Im Rahmen des Bildungsprogramms „jüdisch informiert“, initiiert vom Verein JEWLIF (Jüdisches Leben in Europa e. V.) konnten unsere Erzieher und Erzieherinnen am Dienstag, 20.10.26, Einblicke in jüdisches Leben erhalten und sich kritisch mit Quelleninterpretation auseinandersetzen.
Angeleitet von dem Rabbiner Levi, dem Redakteur Uli und der Studentin Ronja wurde in 2 Workshops differenziertes Wissen über Judentum heute vermittelt und über mögliche Desinformation aufgeklärt.
In einem lebendigen Austausch sammelten die Schülerinnen und Schüler ihr bisheriges Wissen, diskutierten Vorstellungen und reflektierten eigene Bilder und Vorurteile. Dabei wurde deutlich: Jüdisches Leben ist ein selbstverständlicher Teil unserer heutigen Gesellschaft – vielfältig, lebendig und in ständiger Entwicklung.
Schnell denken wir an die dunklen Kapitel der deutschen Geschichte, wie sie in Büchern über Verfolgung in der NS-Zeit oder Progrome im Mittelalter behandelt werden. Umso wichtiger ist es, auch die Gegenwart jüdischen Lebens wahrzunehmen und jüdische Menschen nicht auf historische Erfahrungen oder einzelne Traditionen zu reduzieren.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass noch immer Stereotype kursieren, die in einer Zeit medialen Fortschritts in Windeseile verbreitet werden können. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich deshalb mit der Frage, wie sich Quellen hinsichtlich ihrer Herkunft und Unabhängigkeit beurteilen lassen. Außerdem wurde erörtert, wie eine interkulturelle Kommunikation gelingen kann.
Im 2. Workshop wurden Handlungsoptionen sichtbar gemacht, wie man in konkreten Alltagssituationen soziale Verantwortung übernehmen und Demokratie leben kann. Falschinformationen sind ein aktuelles Thema, sie können öffentliche Meinungen beeinflussen, das Vertrauen in Politik, Medien und Wissenschaft erschüttern und gesellschaftliche Spaltung, Angst und Wut verstärken.
Der Workshop eröffnete unserer Schulgemeinschaft einen spannenden Blick auf die Gegenwart jüdischen Lebens und bot neue Lernzugänge zu kultureller Vielfalt, interkultureller Kommunikation und demokratischem Handeln. Wir bedanken uns herzlich bei den Referenten von JEWLIF für diesen aufschlussreichen Vormittag.
